Vetiver bezeichnet im südlichen Indien ein Süßgras, dessen Öl über heilende Wirkung verfügt. Das trifft auch auf die Musik der gleichnamigen Band um Kopf Andy Cabic aus San Francisco zu, die sich mit Klängen irgendwo zwischen klassischem und Neo-Folk auch außerhalb Ihrer Heimat einen Namen gemacht hat.
Seit ihrem selbstbetitelten Debüt von 2004 haben Vetiver bereits vier Alben unter der Regie von Produzent Tom Monahan veröffentlicht. Ihr neuestes Werk hört auf den Namen ›The Errant Charm‹ und gleicht einer akustischen Erholungspause. Nach vier Alben, die man gemeinsam aufgenommen hat, wurde es Zeit, die Arbeitsweise etwas zu verändern, um zu neuen Ergebnissen zu gelangen: So kam Cabic diesmal nicht mit fertigen Liedern ins Studio, sondern mit Bruchstücken. Die Songs stellte er fertig, indem er die Ideen und Arrangements beim Herumlaufen durch die Straßen von San Franciscos Richmond District immer und immer wieder hörte, bis er eine Form gefunden hatte, die ihm gefiel. Und so ist ›The Errant Charm‹ eine Platte geworden, die sich auch für den Zuhörer am besten entfaltet, wenn man - z.B. nach einem stressigen Arbeitstag - seine Kopfhörer aufsetzt, einfach drauflosläuft und sich von der Musik tragen lässt. Bei jedem Hören entfaltet sich eine neue Nuance innerhalb der Songs, so dass man - obwohl es sich um dasselbe Album handelt - immer wieder etwas Neues entdecken kann: Herrlich aufgeschichtete Harmonien, räumliche Gitarrensounds, eine neue Bandbreite der Dynamik und die wohl am meisten an Pop angelehnten Stücke, die man von Vetiver bisher aufgetischt bekam.