Jede Musiksparte hat seine für sich geltenden, zum Teil ungeschriebenen, Gesetzmäßigkeiten. Bei den sechs Japanern von Soil & ›Pimp‹ Sessions werden alle Gesetze außer Kraft gesetzt. Schnell würde der geschulte Musikbeobachter dazu neigen den Begriff ›Punk‹ zu verwenden. Dann wird es aber kompliziert, denn man muss diese Formation seit ihrer Gründung 2003 zu den wichtigsten Jazzpionieren Japans zählen - und wie sich nun also die Power und Ekstase des Punks mit der grenzenlosen Vielfalt des Jazz zusammensetzt, wird spätestens jetzt den Musiktheoretikern unter uns nie ganz schlüssig werden. Genau darin liegt ihr Erfolg. Man muss die mit dem ›John Peel Play More Jazz Award‹ (BBC World Wide) ausgezeichnete Formation live erleben. Und wir können uns glücklich schätzen endlich wieder eine Band im Programm zu haben, die den musikalischen Horizont in solchem Ausmaße erweitert, dass es einem fast peinlich auffällt, hat man der Musik doch eigentlich nicht mehr viel Neues zugetraut.