2001 in Brooklyn, New York von Sängerin Yuki Chikudate und Gitarrist James Hanna gegründete Band klang schon immer anders. Sie garnieren ihre einfach gehaltenen Popsongs mit vielen übereinandergelegten Soundschichten - und dürfen sich fortan mit dem Moniker ›die neuen My Bloody Valentine‹ herumschlagen. Gut, es gibt bei weitem schlechtere Referenzen als die Mutter aller Shoegaze Bands um das Gitarrengenie Kevin Shields, aber das trifft die Sache dennoch nicht ganz - wie so oft bei Schubladen und Vergleichen.
Das Quartett hat natürlich eine gewisse Soundästethik mit den Shoegazer Bands gemein, ihre Songs sind dabei - wie der Bandname, aus dem japanischen übersetzt ›verspielter Sex‹ bedeutend, schon andeutet. Popsongs in einem Meer von Sound trifft es schon eher, mit eindeutiger Betonung auf Popsongs. Und mit dem schüchternen Effektpedalgetrete unter Vermeidung von Augenkontakt zum Publikum haben Asobi Seksu schon gar nichts gemein: Man muss sich nur Sängerin Yuki ansehen, die während der Show hinter ihrem Keyboard ihre Haare fliegen lässt und ins Publikum strahlt, so dass der Sound ihrer Band wirkt wie ein warmer Sonnenstrahl, der den gesamten Raum wärmt. Und ihre beiden Alben ›Asobi Seksu‹ von 2004 und ›Citrus‹ von 2007 machen deutlich, dass die vier Brooklynites ihrer Zeit deutlich voraus waren. Immerhin konnten sie, als seitens des NME Ende 2007 das große Showgaze Revival ausgerufen wurde, bereits ganz trocken auf Album Nummer zwei verweisen, um nicht als Trendnutzer gehandelt zu werden.
Nein, Asobi machen seit jeher ihr eigenes Ding. Nach ihrem Akustik-Album ›Rewolf‹ erscheint mit ›Flourescence‹ wieder ein voll ausformuliertes Album mit großem Sound.